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Kontakt über Elke Lupfer

Kindergarten „Kinzigvorstadt“
Hansjakobstr. 32
77723 Gengenbach

Tel. 07803 6105
Fax: 07803 602394
Mail: kiga-vorstadt@stadt-gengenbach.de 


Der Qualitätszirkel hat sich Ende 1998 gegründet.
Aus 5 städtischen Einrichtungen mit unterschiedlichen Betreuungsformen ist je eine Erzieherin vertreten, sowie Sonja Lutz, eine Kollegin aus Kenzingen. Die Arbeitsgruppe trifft sich monatlich.

Durch die Vernetzung aller städtischen Kindertageseinrichtungen Gengenbachs ist die Qualitätsentwicklung der pädagogischen Arbeit gewährleistet.

Der pädagogische Qualitätszirkel hat sich folgende Aufgaben gestellt:

- Bearbeitung aktueller Themen: Eingabe des Problems durch QZ- Mitglied ►Vorschläge/ Empfehlungen des QZ gehen ins Team zurück ►  Probehandeln► Rückmeldung in QZ►...
- Informations- und Erfahrungsaustausch
- Entwicklung und regelmäßige Überprüfung von Standards
- Organisation, Vorbereitung, Moderation und Durchführung von Arbeitskreisen (ist zur Zeit größter Teil)
- Auseinandersetzung mit pädagogischen Themen, z.B. Bildung, Eltern, Beobachtung, Fachfrau
- Information von Eltern über die Arbeit des QZ, evtl. auch Themen für Eltern erarbeiten (z.B. wo bekommen Eltern Hilfe und Unterstützung)
- Öffentlichkeitsarbeit, Artikel in Presse oder Fachzeitschriften (regelmäßig 1-2x jährlich
- Kontakte zu versch. Institutionen herstellen, bei Bedarf längerfristiger Austausch
- regelmäßige Treffen mit dem QZ Oldenburg und Bad Neustadt


Wissenschaftlich begleitet wird der Pädagogische Qualitätszirkel Stadt Gengenbach seit vielen Jahren von Jan Axel Wieland, Erziehungswissenschaftler an der Universität Oldenburg.
Mit ihm und Kolleginnen aus Oldenburger Kindertageseinrichtungen finden regelmäßige Tagungen statt.

Als Ergebnis der Arbeit des Qualitätszirkels entstand 2004 ein Buch, welches den aktuellen Stand der pädagogischen Auseinandersetzung
mit dem Offenen Kindergarten darstellt.Das Buch kann Diskussionsgrundlage für alle pädagogischen Fachkräfte sein.

Bezogen werden kann es über:
Sonja Lutz
Habsburger Str. 5
79341 Kenzingen

Tel.: 07644 6917
Mail: sonja.lutz@t-online.de    oder über die städtischen Kindergärten.




Leben- erleben- verstehen



Zur Entstehung des Buches
1998 gründeten in Gengenbach in Baden fünf städtische Kindertageseinrichtungen, vertreten durch je eine Erzieherin, den "Pädagogischen Qualitätszirkel" mit dem Ziel, die Qualität der pädagogischen Arbeit zu sichern. Schwerpunkt wurde die Auseinandersetzung mit dem Modell der "Offenen Arbeit" – einem Modell, welches in den betreffenden Einrichtungen mittlerweile seit Jahren umgesetzt und weiterentwickelt wird.
Um in Theorie und Praxis zu begründen, wie "Offene Arbeit" in Gengenbach verstanden und praktiziert wird, entstand – auch auf Wunsch zahlreicher Kolleginnen – der vorliegende Text. Autorinnen sind die Mitglieder des "pädagogischen Qualitätszirkels" (Elke Lupfer, Ursula Voigt, Carina Schöffel, Ingrid Sugg und Barbara Vetterle). Die fachliche Redaktion übernahm Sonja Lutz.

Zum Inhalt
Die wissenschaftlichen Grundannahmen der Offenen Arbeit wurden Mitte der achtziger Jahre von Axel Jan Wieland, ursprünglich aus dem Projekt eines integrativen Kindergartens entwickelt. Das Modell ist getragen von drei Säulen:

Nichtaussonderung
Was begonnen hatte mit der Idee, Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam in Einrichtungen zu erziehen, hat sich mittlerweile zum konsequenten Gedanken entwickelt, die Entwicklung aller Menschen gleichwertig zu begleiten und zu fördern. Wichtig ist, jedem zum rechten Zeitpunkt die optimale Entwicklungsunterstützung anzubieten. Damit rücken wir ab von der Polarität gesund und krank, behindert und nicht behindert. Jeder Mensch verfügt über Schwächen und Stärken.

Partizipation
Aktive Teilhabe am Geschehen ist ein natürliches Grundrecht der Kinder und nicht, was wir ihnen nach persönlichem Ermessen zugestehen.
Daher gehen wir davon aus, dass jedes Kind in alle Belange eingebunden werden kann, die das Leben und Lernen in unseren Einrichtungen betreffen. Unsere Partizipationsstrukturen ermöglichen die eigene Meinung zu entwickeln und sie aktiv nach innen und außen zu vertreten.

Selbstorganisation
Kinder, die sich selbst organisieren, übernehmen Eigenverantwortung. Mit der Überzeugung, dass jedes Kind mit dem Wunsch zu lernen und sich weiter zu entwickeln ausgestattet ist, überlassen wir ihm im Wesentlichen selbst, welchem Lernbereich es sich zum jeweiligen Zeitpunkt widmet, mit wem und wie lange es das tut.

Zusammenfassung „leben- erleben- verstehen“
Die Grundgedanken von „leben- erleben- verstehen“ beschreiben ein neues Denken, in dem der „schräge Vogel“ emporsteigt zum Individuum, das aus eigenen Handlungszusammenhängen heraus handelt und begriffen werden möchte. So will der Offene Kindergarten ein Haus für alle Kinder sein, das jedem Kind und Erwachsenen die Möglichkeit lässt, sich selbst zu sein und sich dabei völlig o.k. zu finden.
Menschen, die sich und anderen das Zusammenleben nicht leicht machen, erfahren durch die Philosophie des „Menschen zur Rose machen“ eine Stärkung der eigenen Ressourcen und erhalten im Rahmen einer Paradoxen Intervention Raum, das eigene Verhalten zu verändern. Dies verändert auch die Rollen der einzelnen Erzieherinnen. Vom zwischen den Kindern beziehungsstiftenden „Coach“ über das kollegial und professionell kommunizierende „Mitglied im Team“ zur wahr- und ernst nehmenden „Handlungsforscherin“.
Auch die Räume im Offenen Kindergarten verändern sich: Weg vom klassischen Raumteilverfahren – hin zu Werkstätten, Funktionsräumen, Spiel- und Lebensbereichen, die alle nur noch einmal und damit für alle Kinder vorhanden sind. Innerhalb der neuen Zeitstruktur gibt es mehr Zeit fürs einzelne Individuum und dessen einzigartige
Bildungsgeschichte. Weil Kinder „niemals Unsinn treiben“, sondern systematisch an ihrem Weltwissen arbeiten, bietet das Freispiel Raum, Zeit und Material, sich selbst organisiert mit den eigenen Entwicklungsthemen zu beschäftigen. Werkstätten, Fachräume und Angebote helfen mit, die entsprechenden Kenntnisse und Bildungsinhalte zu erwerben. Innerhalb dieser Organisationsform finden sich Konferenzgruppen, Begleitgruppen, Lerngruppen, Klein- und Großgruppen – je nach Bedarf und Anlass; basierend auf der Tatsache, dass sieben Kinder die ideale Größe für eine Lerngruppe sind, die gemeinsamen Lernprozess und individuelles Lernen ermöglichen will. Vom Einüben demokratischer Grundprinzipien bis hin zu Teilhabe an der Wissensvermittlung reicht die Partizipation im Offenen Kindergarten.