Palmsonntag in Gengenbach

28.03.2018

Der Palmsonntag ist der sechste und letzte Sonntag der Fastenzeit und der Sonntag vor Ostern. Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche

Palmsonntag Gengenbach

Am Palmsonntag wird des Einzugs Jesu Christi in Jerusalem gedacht. Zum Zeichen seines Königtums jubelte das Volk ihm zu und streute dem nach Jerusalem Kommenden Palmzweige. Palmen wurden vielerorten als heilige Bäume verehrt. Im Mittelmeerraum galten sie von alters her als Sinnbild des Lebens und des Sieges, in Israel insbesondere auch das Symbol für die Unabhängigkeit und den siegreichen König. Von daher stellte der so gestaltete Einzug in Jerusalem auch für die Römer eine besondere Provokation dar. 

Der Ursprung der christlichen Palmsonntagsfeier geht wohl auf die Liturgie von Jerusalem zurück, wo man die einzelnen Ereignisse des Leidensweges Jesu in eigenen Feiern und Riten nachbildete.

Die Palmweihe gehörte früher, bevor sie in vielen Gegenden auf den Palmsonntag verlegt wurde, zu den heidnischen Ostergebräuchen. Die geweihten Zweige sollten nicht nur das Haus bis zur nächsten Erneuerung vor Blitz und Feuersgefahr schützen, sondern sie wurden auch mit den Schalen der Ostereier und den Kohlen der Osterfeuer in den Ecken der Felder eingesteckt oder vergraben, um diese fruchtbar zu machen.

Am Morgen des Palmsonntags bringen Gemeindemitglieder aus Gengenbach und den Ortsteilen vor Beginn des Gottesdienstes die bis zu 15 Meter langen Palmenstangen zur Stadtkirche St. Marien. Dort richten sie diese mit Stützstangen auf und platzierten sie nebeneinander auf einer Seite der Außenwand im Eingangsbereich der Kirche. Die Palmen werden anschließend in einem festlichen Gottesdienst geweiht.

Die sehr schlanken Kieferstangen sind außer im oberen Bereich entrindet. Den Abschluss bildet ein kugelförmiger Büschel aus Buchs, an den sich nach oben eine Kreuzpartie mit mehreren Querbalken anschließt. An den Enden der Querbalken und an der Kreuzspitze befinden sich Zweige vom Sadebaum (Wacholdergewächs) oder meist Zweige der Thuja-Pflanze (Lebens-baum; im Christentum als „Baum des Kreuzes“ bezeichnet). Die gesamte Kreuzpartie ist mit roten Beeren der Stechpalme (Ilex), die als Kette an einer Schnur aufgefädelt sind, umwickelt. Von der Spitze ausgehend sind die Enden der Querbalken mit einer Perlenschnur aus roten Beeren verbunden, die vom untersten Querbalken ein Stück weit herabhängen und ebenfalls mit einem kleinen grünen Zweig enden.

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